... immer auf Reisen, immer auf Urlaub

Taxifahrer streiken in Griechenland

Griechenland braucht Touristen. Auch Taxifahrer brauchen Touristen. Deswegen wundert mich der derzeitige Streik der Taxifahrer in Griechenland doch sehr. Zumal der Grund für den Streik – sagen wir mal – schwachsinniger, nach Korruption riechender Natur ist.

Bis dato war es in Griechenland so, dass die Anzahl der Lizenzen zum Betrieb eines Taxis auf 30.000 für ganz Griechenland begrenzt war. Diese Lizenzen sind schon alle längst vergriffen, so dass jeder, der eine neue Lizenz ergattern wollte, diese nur bekam, falls eine bestehende zurückgegeben wurde. Dies passiert naturgemäß nie, da die Lizenz begehrt ist. Und so verkaufen die Taxifahrer ihre Lizenz bestenfalls. Zuletzt für einen stolzen Preis von bis zu 150.000 Euro.

Diese schwachsinnige Privilegierung Alteingesessener ist etwas, was der moderne Staat – gar die moderne Demokratie – geradezu verhindern wollte. Komisch. Denn diese alten Privilegien konnten nur deswegen entstehen, weil sich der moderne Staat mit seiner modernen Demokratie in Verträge der Menschen einmischt und dem einen das Taxi-Fahren erlaubt und dem anderen nicht.

Nun will der Griechische Staat sich aus der Lizenzvergabe soweit zurückziehen, dass jeder, der will – und die nötige Prüfung ablegt – auch eine Lizenz bekommt. Die Begrenzung auf eine bestimmte Anzahl soll fallen.

Und dagegen protestieren die Taxifahrer in Griechenland seit vier Tagen. Sollen sie doch.

Veröffentlicht am 21.07.2011
Schlagworte: reisewarnung andere kultur griechenland

Bio ist Botox

Ist doch alles Natur. Bio pur. Und trotzdem – oder vielleicht deswegen – ist es gefährlich.

In Norddeutschland ist Botulismus längst zur Plage geworden. In Mecklenburg-Vorpommern sind schon dreißig Fälle bei Menschen bekannt. In Schleswig-Holstein sind in manchen Gegenden bis zu 90 Prozent der Rinder erkrankt. Das sind Aussichten.

Der, der sich wenig für dieses Thema interessiert, kann mit diesen Zeilen noch nichts anfangen. Dann also von Anfang an.

Botulin

Botox ist ein Nervengift, das sich alternde Damen ins Gesicht spritzen, aufdass die Mimik für ein halbes Jahr eingefroren wird und sich die Falten zurückbilden. Botox ist der Produktname. Das Mittel heißt biologisch/medizinisch »Botulinumtoxin« oder schlicht »Botulin«. Das Botulin ist das stärkste bekannte Bakteriengift. Man kennt es auch unter der Bezeichnung »Leichengift«, da die Bakterien, die das Gift produzieren (clostridium botulinum), allerlei totes organisches Material verputzen und sich im organischen Abfall zu Hause fühlen.

Biogas-Anlage als Brutstätten

Im Normalfall bewohnen diese putzigen Bakterien den Boden, Acker, Wiese. Aber der Mensch in seinem Bio-Wahn hat dem Botulinum-Bakterium auch andere Lebensräume bereitgestellt. Nämlich diese ach so hoch moralisch gutsten Biogasanlagen. Da sagen die Bazillen »danke«. Denn nirgendwo gedeihen die Bakterien so gut wie in den Biogas-Reaktoren. Kein Wunder, denn Biogas-Anlagen sind einzig dafür gemacht Bakterien zu züchten. Nur dafür. Man füttert die Bakterien mit organischen Abfällen. Die Bakterien danken es mit der Produktion von Methan. Wir kennen Methan auch unter der gutsten Bezeichnung »Biogas« oder der verkommen »Erdgas«. Aber es ist immer nur Methan. Manchen Bakterien produzieren auch Gifte, mit denen sie sich gegen andere Bakterien schützen. So sind die Bakterien: gierig und trickreich im Kampf ums Futter. Und eines der Gifte ist Botulin.

Die Herstellung des »Biogases« ist einfach: Man nimmt organisches Material – zum Beispiel Gülle, Biomasse vom Feld – und kippt es in einen großen Behälter. Den Rest besorgen Bakterien. Schlicht. Das Gas zapft man ab, das übrig gebliebene Substrat kippt man als Dünger aufs Biofeld. Denn es ist doch alles Natur und edel. Und weil das alles so moralisch unbedenklich ist, ignoriert man, dass sich in dem, was von der Biomasse übrig blieb, auch eine nicht unbeträchtliche Menge Biogift befinden. Zum Beispiel Botulin. Die Biobauern können diese Tatsache kraft ihrer biologisch-dynamischen, moralisch überlegenen Ausrichtung immer ignorieren. Denn nach dem heutigen Zeitgeist sticht jedwede Moral die Logik und die Realität. Wahr ist, was moralisch gut ist. Was mit gutem Vorsatz produziert wird, kann nur gut sein. Wer anderes behauptet, ist ein Menschenfeind.

Infektionswege

Das mit Botulin gedüngte Feld wird nach biologischen Maßstäben bestellt. Es wird Gemüse, Getreide produziert. Alles Bio. Auch Tieren wird das gute biologische zuteil. Und so sind in manchen Gemeinden bereits 90 % des Rinderbestandes mit Botulin oder sogar mit den lebenden Bakterien versetzt. Wer jetzt an Fleischverzicht denkt, als Ausweg aus der Gefahrenzone, der irrt. Tierinfektionen sind lediglich Sekundärinfektionen. Wenn Rinder infiziert sind, ist es das Gemüse schon längst und in weit höherem Maße. Tatsächlich sind Botulin-Vergiftungen meist auf Verzehr von pflanzlicher Kost zurückzuführen. So dass böse Zungen behaupten, das schönheitsmedizinische Botox würde aus deutschem Biogemüse extrahiert werden. Durchaus nahe liegend.

Der Vollständigkeit halber sein noch erwähnt, dass auch in Silage mit clostridium botulinum kontaminiert sein kann.

Auch Hund und Katze fallen dem Bio-Wahn zum Opfer

Aber nicht nur Tiere aus der Fleischproduktion sind betroffen. Was vielen Menschen an Information vorenthalten wird, ist, dass seit einiger Zeit vermehrt Fälle von Vergiftungen bei Hunden und Katzen auftreten. Wenn man mit seinem lieben Hund so durch die Felder und Wiesen spaziert, um dem Familienliebling etwas gutes zu tun, setzt man das wehrlose Tier den Botulin-Bakterien und deren Gift aus. Seit etwa zwei Jahren sind sind Fälle des chronischen Botulismus bei Haustieren sprungshaft angestiegen. Just mit dem Vormarsch der Biogasanlagen. Getreu dem Motto »Der Hund muss sterben, damit Bio leben kann«.

Chronischer Botulismus

Symptome der Botulin-Vergiftung sind bei Tier und Mensch ähnlich: Lähmung der Muskulatur. Dabei wird nicht nur die Muskulatur des Bewegungsapparates gelähmt. Auch Verdauung ist gestört. Was aber noch schwerer wiegt: Durch die Lähmung der Atmung kommt es zur Atemnot mit Erstickungszuständen. Ja, sowas kommt von der frischen Landluft.

Aber keine Panik

Ich will euch keine Angst einjagen. Ich wollte nur das Botulin und die Biolandwirtschaft in Verbindung zeichnen. In Wirklichkeit ist Botulin nur ein Gift unter vielen (hab ich EHEC schon erwähnt?), das die Biolandwirtschaft uns auf den Teller legt. DAS soll euch Angst machen. Mahlzeit.

Veröffentlicht am 21.07.2011
Schlagworte: essen reisewarnung deutschland ungeziefer natur tiere

Heidelbeeren bald reif

Bald ist es soweit: Die Heidelbeeren sind bald reif. Nur noch wenige Wochen, dann kann die Ernte beginnen.

Heidelbeeren

Diese Heidelbeeren habe ich 2008 fotografiert.

Die Zucht-Heidelbeeren sind nicht so mein Fall. Deswegen schaue ich immer, wenn ich durch Wald wandere, nach Heidelbeeren. Letztes Wochenende waren schon paar kleine – aber noch unreife zu sehen. In Bielefeld. Da kann ich in zwei Wochen schon mal ein Wochenend-Ausflug in den Teutoburger Wald einplanen. Zum Heidelbeeren abgreifen.

Veröffentlicht am 19.07.2011
Schlagworte: essen deutschland natur bielefeld

Paarung der Nacktschnecken

Beim Wandern zufällig entdeckt: Paarung der Nacktschnecken. Ja, hier wird der Albtraum aller Gärtner produziert

Das Weiße zwischen den verschlungenen Körpern sind Spermatophoren – Spermienpakete. Es sind deren zwei, denn Nacktschnecken sind Zwitter und verfügen sowohl über weibliche wie auch über männliche Fortpflanzungsorgane und befruchten sich gegenseitig. Sie tauschen Genmaterial aus. Es kommt allerdings auch vor, dass sich die Wegschnecken im Akt der Jungfernzeugung selbst befruchten.

Diese Samenpakete werden durch die Genitalöffnung (das Atrium) in das Körperinnere verfrachtet und dienen hier zur Befruchtung der Eier. Der ganze Vorgang dauert mehrere Stunden.

Es handelt sich vermutlich um eine Rote Wegschnecke (arion rufus). Aber ich bin mir nicht sicher, da ich kein großer Malakologe – Experte in puncto Weichtiere – bin. Wer mehr wissen will, möge weichtiere.at besuchen und hier speziell die Seite über die Arionidae – eben die einheimischen Wegschnecken.

Paarung der Nacktschnecken

6400 ASA

Die fotografische Besonderheit an diesem Foto ist, dass ich bei den Lichtverhältnissen auf Empfindlichkeit von 6400 ASA hochgehen musste, um 1/20 Sekunden Belichtungszeit zu kommen. Und das alles, obwohl es erst Nachmittag war. Aber der Buchenwald ist recht dunkler Ort. Das Rauschen habe ich leidlich mit LightRoom entfernen können. Und das ist das Ergebnis.

Veröffentlicht am 19.07.2011
Schlagworte: deutschland fotos natur

Kein Bier in Minnesota

Fast kein Bier. Und bald überhaupt kein Bier mehr.

Minnesota ist pleite. Alle Beamten, deren Dienste nicht lebensnotwendig sind, sind arbeitslos und sitzen zu Hause. Der Staat Minnesota hat kein Geld mehr. Nur Polizei, Feuerwehr und Notdienste werden noch am Leben erhalten.

In Minnesota braucht man für den Verkauf von Alkohol eine Lizenz. Und da Lizenzen von einigen Brauereien ausgelaufen sind und es keinen Beamten gibt, der neue ausstellen könnte, darf so manche Biersorte nicht in den Handel. Diese Lizenzen werden nur auf Zeit vergeben und laufen notgedrungen irgendwann aus – auch die Lizenzen der anderen Brauereien. Dann gibt es kein »legales« Bier mehr in den Läden.

Auch Miller-Coors ist von der Lizenz-Losigkeit betroffen. Demnächst gibt es kein Miller mehr zu kaufen in Minnesota.

Dies ist vielleicht gar nicht so schlimm, denn auch die Konsumenten brauchen in Minnesota zum Erwerb von Alkohol eine Lizenz. Viele dieser Lizenzen sind bereits zum Ende Juni 2011 ausgelaufen. Und es gibt auch keine neuen.

Was den Bürgern in Minnesota nur bleibt, ist außerhalb des Staates und der staatlichen Regelung selbst für Rauschgetränke zu sorgen.

Wenn die Pleite von Minnesota noch länger andauert, werden sich in diesem Staat Strukturen bilden, die die staatliche Regelung unnötig machen. Wohl bekomm´s.

Veröffentlicht am 14.07.2011
Schlagworte: reisewarnung trinken usa frauen

Roboter sind bessere Frauen

Wir sind Weltmeister. Fußballweltmeister. Nach dem Aus im Viertelfinale für die »deutschen« Fußball-Damen – welch Schande – ruhten die allerletzten Hoffnungen auf dem Bleckkameraden. Und tatsächlich: wie auch im letzten Jahr ist das deutsche Team Fußballweltmeister geworden. In der Katagorie »Humanoide Roboter«.

Jedes Jahr werden verschiedene Wettbewerbe im Rahmen des RoboCups veranstaltet. Und jedes Jahr woanders. Diesmal fand diese Veranstaltung in Istanbul statt. Schon lange gehört auch Fußball dazu, wo sich Menschen ähnliche Roboter auf einem kleinen Fußballplatz bewähren müssen. Am Sonntag, 10. Juni 2011, wurde das Finale zwischen dem deutschen Team »NimbRo« von der Universität aus Bonn und dem Team »KMUTT« aus Thailand zugunsten des deutschen Teams mit 10:0 entschieden. Wir sind wieder Weltmeister!

Das ist aber nur ein Intro zu der Geschichte, die ich euch hier erzählen will. Denn das tatsächlich wichtige passierte neben dem Fußball. Die Roboter mussten sich auch auf andren Feldern bewähren als nur auf dem Fußballplatz. In der @Home-Liga ging es um das Erledigen häuslicher Arbeiten. Diese bestehen im Moment aus recht einfachen Aufgaben wie Getränke einschenken, Gesten und Gegenstände erkennen, Flaschen öffnen. Diese Teilaufgaben dienen der Forschung und sollen langfristig zu Service-Robotern führen, die zum Beispiel älteren Menschen im Haushalt helfen können. Hier sollen – ganz klar – Frauen ersetzt werden. Und so werden den Robotern auch Eigenschaften verliehen, die sie sozial kompetent, aufmerksam für Menschen, neugierig und selbsterklärend machen. Ganz klar: Die Roboter werden Frauen nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch im Haushalt ersetzen. Und anmutiger sind sie allemal.

Guckt euch das Video an. Es sieht nach Spaß aus. Aber die Zeugung neuer Individuen hat meist mit Spaß zu tun.

Veröffentlicht am 13.07.2011
Schlagworte: deutschland technik frauen

Low-Carb-Chips aus Schweineschwarte

Ich sollte öfter Shoppen gehen. Da entdeckt man faszinierende Produkte, von denen ich nie gedacht hätte, dass es sie in Deutschland gibt. So habe ich bei unserem gestrigen Schlendern im Marktkauf Chips aus Schweineschwarte entdeckt.

Schweinekrusten

Schweineschwarte

Lecker. Schmecken nach Grieben – wenn ihr wisst, was es ist. Ich bin mit diesem Geschmack aufgewachsen; gar selbst schon Schweineschmalz mit Grieben gekocht. Nur gibt es eine Problem mit solcherlei geballter Ladung Fett. Wenn man sich mit Fett vollstopft, kommt es zum Hungeratem.

Experte meint dazu:

Bei der Low Carb Diät werden von der Leber vermehrt Ketonkörper produziert. Diese entstehen immer dann, wenn Fett abgebaut wird. Kommt es zu höheren Konzentration der Ketonkörper im Blut, nennt der Fachmann diesen Zustand Ketose. Diese äußert sich mit starken Mundgeruch (Hungeratem).

Siehe auch Infos zu Low Carb Diät

Ich rate deshalb ganz dringend – um nicht zu sagen: dringendst – zu den leckeren Schweinekrusten ein kühles Pils zu sich zu nehmen. So ist alles wieder im Lot. Und so lässt sich auf Frauenfußball genießen.

Veröffentlicht am 08.07.2011
Schlagworte: essen kultur deutschland trinken

Googles Hangouts vs. Facebooks Video Chat

Facebook hat nachgezogen – zumindest ein Stück – und hat dem eigenen Portal ein Videochat spendiert. Ich kann weder zu Googles Lösung etwas sagen noch zu Facebooks.

Dennoch will ich auf eine Umfrage hinweisen, die mashable.com gerade durchführt. Hier werden User gefragt, welche Lösung wohl die bessere ist. Und Googles Hangouts liegt mit über 50% weit vor FB Videochat mit 10%.

Vielleicht kristallisiert sich im Ergebnis dieser Umfrage nur Unmut über Facebook. Ich weiß es nicht. Denn ich weiß nicht, ob die User so schnell – schließlich blieb für den Vergleich nicht viel Zeit übrig –; ob eben die User in dieser Zeit die Qualität beider Dienste in Gänze erfassen konnten. Mir sieht der Vorsprung von Hangouts eher nach einem Votum, das seine Gründe woanders hat.

via: http://mashable.com/

Veröffentlicht am 07.07.2011
Schlagworte: internet usa

Grenzkontrollen jetzt auch in Norwegen

Still und ohne großes Aufsehen hat auch Norwegen Grenzkontrollen eingeführt.

Bis jetzt schweigen die deutschen Medien mehrheitlich. Verständlich. Will man hierzulande allen verkaufen, dass Dänemark alleine mit der Sicherung der Grenze ist und sonst auf keinerlei Unterstützung hoffen kann. Dabei haben sich schon im Juni die Regierungschefs und Innen der EU-Staaten darauf geeinigt, Grenzkontrollen im Bedarf wieder gut zu heißen. Vorerst nur zeitlich beschränkt und nur in dringenden Ausnahmefällen. Aber so fängt alles an.

Norwegen gehört nicht zur EU, sondern lediglich zum Schengen-Raum – wie Island und die Schweiz –, deswegen können den Norwegern die politischen Ziele der EU herzlich am Arsch vorbei gehen. Dazu ist Norwegen nicht finanziell erpressbar, da die Ölvorkommen vor der Küste Norwegens das ganze Land sehr gut »ernähren«.

Veröffentlicht am 06.07.2011
Schlagworte: norwegen dänemark

Myspace soll comeback feiern

Justin Timberlake will das fast tote Netzwerk MySpace mit neuer Aktion wieder beleben.

Seit MySpace – zwischenzeitlich das größte soziale Netzwerk der Welt – von Murdoch übernommen wurde, haben viele alles daran gesetzt, das Portal in den Tod zu schieben – respektive die Konkurrenz schön zu reden. Wäre fast gelungen. In Dieser Zeit erholte sich Facebook – das seinerseits zwischenzeitlich im Koma lag – wieder und wurde zum Gott über die Profile.

Nun hat Murdochs Budde die letzten lebenden Reste von MySpace an »Specific Media« verhöckert. Für schlanke 35 Millionen Dollar. Ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass Murdoch seinerzeit 580 Millionen rüber schieben musste.

Nun hat Justin Timberlake eine Beteiligung an MySpace von Specific Media erworben und plant das MySpace-Portal mittels Talent-Wettbewerbe zum neuen Leben zu erwecken. Dies könnte ihm durchaus gelingen, da die Zeit gut steht. Einerseits ist Facebook selbst Angriffen von Google Plus ausgesetzt und zum anderen findet alles, was es im fleischigen Leben gibt, früher oder später auch im Internet seine Entsprechung. So auch Talentwettbewerbe. Noch sind die Ideen nicht gänzlich formuliert.

Der jetzige Angriff Googles auf Facebook mischt die Karten neu. Wurde aber auch Zeit. Denn Google bietet vor allem den mit der Zeit älter gewordenen Usern neue Heimat und punktet – wie ich höre – mit einem augenfreundlichen Rentner-Design, das vor allem Zeitgenossen jenseits der Zwanzig mit schwindendem Sehvermögen sehr entgegenkommt, die in erster Linie hoffen bei Google Plus die letzte Ruhestätte für ihr Profil gefunden zu haben und nie mehr umziehen zu müssen. Alle ist so aufgeräumt da. Ordnung ist die erste Bürgerpflicht.

MySpace bietet das komplette Gegenteil. Kein Design, Augenkrebs. Die Profile sehen aus wie der Längstschnitt eines Altkleidercontainers. Und genau das bietet den jungen Leuten einen ungeahnten Vorteil – hält eben dieses UnDesign Erwachsene fern und macht MySpace zum exklusiven Tummelplatz für die Jugend. Denn gerade im Internet, wo alles frei zugänglich ist, müssen Mauern stehen, die den Blick versperren und kuschelige Intimatmosphäre bieten.

Timberlake Basis ist auch die große Anzahl an Musikern und Bands, die nie zu Facebook gewechselt haben – und deren Fans. Noch heute besuchen 30 Millionen User MySpace. Eine gute Ausgangslage, wenn es denn die richtigen sind. Aber genau das scheint der Fall zu sein. Denn schon Murdoch forcierte die Idee, aus MySpace ein Entertainment-Portal zu formen. Und so sieht MySpace heute auch aus. Als würde sich alles um Musik drehen.

Mir bleibt nur noch MySpace, Specific Media und Justin Timberlake ein glückliches Händchen zu wünschen.

Veröffentlicht am 06.07.2011
Schlagworte: internet usa geld

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