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Harakiri

Alle Länder haben ihren Ort des Schreckens. Die Deutschen die Bundeszentrale der Grünen, wo Claudia Roth ihr Duft verbreitet. Die Engländer und Holländer haben ihr Wachfigurenkabinet, wo man lebensgroßen Figuren verschiedener Prominenter die Hand schütteln kann, den man im wirklichen Leben lieber nicht begegnen möchte. Und Japan hat seinen original, echten Harakiri-Platz. Auf der Burg Himeji.

Die Burg Himeji – »Shirasagi-jo« (Burg des weißen Reihers) oder Himeji-jo – ist eine der schönsten Burgen Japans. In ihren Innenhof befindet sich der Harakiri-Platz. Eigentlich könnte man daran vorbeilaufen, wenn man nicht wüsste, was es mit dem Platz auf sich hat.. Es ist ein unscheinbarer Platz mit einer Steinplatte. Mehr braucht man für das Haraki nicht.

Harakiri-Platz

Wenn das Schild nicht wäre, könnte man an diesem Platz leicht vorbeilaufen.

Harakiri-Maru

Tradition des Harakiri

Die ersten Erwähnungen des rituellen Selbstmordes durch das Harakiri reichen bis in das 12. Jahrhundert. Die Tradition begleitet das Leben der Samurai.

Das Harakiri ist der Ausweg in einer ausweglosen Situation. Frei-Tod. Zumindest so die Theorie.

Der Samurai begeht »Harakiri«, indem er sich mit einem scharfen Messer links in die Taille sticht und sich die Bauchdecke bis zur rechten Seite aufschneidet. Das Wort »Harakiri« bedeutet lediglich »Bauch aufschneiden«. Der Sekundant, japanisch »Kaishaku-Nin«, schneidet dem Todgeweihtem mit einem Schwert den Kopf ab, um sein Leiden zu verkürzen.

Seit dem Jahr 1868 ist Seppuku in Japan offiziell verboten, wurde aber noch bis in das 20. Jahrhundert praktiziert. Noch heute begehen relativ viele Japaner Selbstmord als ehrenvollen Abgang, der die Ehre der Familie nicht verletzt. Aber nicht mehr als Seppuku.

Das letzte Seppuku, das man in der Tradition der Samurai sehen kann, wurde vom General Nogi Maresuke 1912 durchgeführt – oder seiner Frau. Der Grund war nach Samurai-Art: Der Tenno Mutsuhito (Kaiser) war verstorben und Nogi folgte ihm in den Tod. Danach begingt auch seine Frau den Seppuku.

Frauen und Seppuku

Auch Frauen der Samurai folgten ihren Männern nicht selten in den Tod. Dies geschah allerdings nach Frauen-Art: Mit einem Dolchstoß in den Hals oder das Herz – ohne Helfer – wodurch der Tod schnell eintrat.

Der ultimativ letzte Seppuku

Das letzte Seppuku nach traditionellem Ritus ereignete sich am 25. November 1970. Der Schriftsteller Mishima Yukio hat sich nach erfolgloser politischer Aktion das Leben genommen.

Seppuku oder Harakiri

Beides bezeichnet das gleiche. Die Japaner nennen es »Seppuku«, die Westler »Harakiri«. Das Harakiri ist die profane Bezeichnung für die Tätigkeit des »Bauch Aufschneidens«. So würde kein Japaner eine Tätigkeit nennen, die mit der Ehre in Verbindung steht.

[腹切] Harakiri, eigentlich 腹を切 ist die japanische Art die Wörter »Bauch« und »schneiden« zu verbinden. Daraus folgt die japanische Lesung.

[切腹] Seppuku ist die chinesische Lesart des »Bauchaufschneiden« und wird nach chinesischen Regeln gelesen.

Sowohl Seppuku wie auch Harakiri wird mit den Gleiche Zeichen geschrieben – nur in umgekehrter Reihenfolge.

Veröffentlicht am 22.12.2010
Schlagworte: japan kultur

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