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Paris – McDonalds ohne Hamburger

McDonald´s eröffnet in Pariser Stadtteil La Défense erste fleischlose Filiale – ganz ohne Hamburger.

Was erstmal klingt, als hätte sich McDonalds vom Saulus zum Paulus gewandelt, täuscht. Bereits vor einem Jahr hat der Burgerbrater in einer anderen Pariser Filiale, in dem Vorort Clayes-sous-Bois, den Fertigsalat durch eine Salatbar ausgetauscht. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich werten. Der Abverkauf der Salate stieg auf das Dreifache. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde kletterte von 11 Euro auf 15 Euro.

»McSalat« – McCafe mit Salat

Der Standort des neuen McCafe mit Salatangebot ist sicher nicht zufällig gewählt. Der Pariser Stadtteil » La Défense« ist ein künstliches Büro- und Shoppingviertel, wo die moderne, gesundheitsbewusste französische Elite ihre Arbeitszeit verbringt. Es ist die größte Bürostadt Europas. In ihrer Mitte steht das bekannt »La Défense de Paris« – ein moderner Triumpfbogen.

Auf der Karte stehen verschiedene Salate, die zum Teil in Selbstbedienung zusammengestellt werden. Dazu Obstsalate und -säfte – das typische Puddingvegetarier-Angebot.

Frankreich ist Fastfood-Land

Viele Franzosen essen Fastfood. Nicht selten bei McDonalds. Das Unternehmen unterhält in Frankreich mehr Filialen als in Deutschland. Zum einen, weil die französische Küche mehr dem Burger-Fastfood entspricht als die deutsche. Zum anderen: Heute lassen sich die Franzosen durchschnittlich gerade mal 20 Minuten Zeit, um eine Mahlzeit zuzubereiten. Kochen ist nicht die Stärke der Franzosen. Das typische Fastfood-Gericht ist schnell zubereitete französische Küche. Selbst die Pommes stammen aus Frankreich bzw. Belgien.Da ist der Gang zum McDoof nur konsequent und logisch.

Junge Franzosen sind im Fastfood sozialisiert. Aber in dem Maße wie diese erwachsen wurden und die Büros und »Schaltzetralen der Macht« erobert hatten, wandelte sich deren Anspruch. Ein Burger schickt sich nicht mehr. Die Fastfood-Kunden von gestern sind heute smart und elitär – und trotzdem dem Fastfood verfallen. Die herkömmlichen französischen Restaurants, die man als Deutscher in Frankreich zuhauf vermutet, bringen es mittlerweile gerade mal auf einen Marktanteil von 7% – Tendenz stark fallen. Französische gehobene Küche ist eine Fantasiervorstellung deutscher Selbsthasser.

Den neuen Anspruch trägt McDonalds Rechnung. Wer als Jugendlicher zum McDonalds-Hambuger griff, greift heute auch gern zum Mcdonalds-Salat – es ist das gleich in grün. Im Westen nichts Neues. Die McDonaldisierung Frankreichs schreitet mit dem neuen Angebot voran.

Expansion mit Vorsatz

Das Konzept der Expansion verfolgt McDonalds schon länger. Mit McCafe schuf der Fastfood-Spezialist ein Angebot, das es schaffte den Trend zum modernen Cafe in das eigene Filialennetz zu integrieren und so die Marktanteile sogar auszubauen. Die Erweiterung des Angebots um die Salatbar adressiert Kunden, die ohnehin mehr zum McCafe tendieren als sich in den üblichen McDonalds-Filialen zu tummeln.

McDonalds plant noch in diesem Jahr weitere zwanzig Filialen nach dem »McCafe«+»McSalat«-Muster zu eröffnen.

Wenn McDonalds diese Entwicklung konsequent zu Ende denkt, dann folgen bald auch Angebote für die nächste Altersstufe. Denn schließlich will die heutige französische Fastfood-Salat-Kundschaft auch später mit altersgerechtem Fastfood versorgt werden. Und McDonalds wird sie dabei begleiten – ein Leben lang.

Veröffentlicht am 22.01.2011
Schlagworte: frankreich essen andere kultur

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