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FDP macht den Wulff

Die FDP kann es nicht lassen. Erst zaudert sie und wenn alle anderen schon weg sind, hängt sie sich dem Zeitgeist an – just, wenn alles schon vorbei ist. Einst ist die FDP gestartet, um als einzige Partei standhaft die eigene Position zu vertreten. Aber bereits zwei Wochen nach dem fulminanten Wahlerfolg war es mit der programmatisch festen Herrlichkeit vorbei und die FDP ließ sich seitdem die Worte in den Mund diktieren. Fehler 1. Als wenn das nicht genug wäre, musste Rösler just heute verkünden, dass sie auf das tote Pferd der Zuwanderung setzt. Na super. Fehler 2.

Und somit hat die FDP sowohl den Fehler von Wulff, wie auch den von Guttenberg – ganz ohne Not – wiederholt. Sind die bei der FDP noch ganz dicht?

Ich will meine Sicht etwas präzisieren, woran die Fehler Wulffs und Guttenbergs im einzelnen lagen. Denn die Fehleranalyse fällt in den Medien durchaus anders aus.

Wenn jemand mit Inbrunst etwas verkündet – wie Guttenberg zum Thema Afghanistan –, kann dies zweierlei Gründe haben. Entweder ist derjenige von seiner Sache überzeugt oder er verkündet eines anderen Meinung; macht sich eben zum Sprachrohr, ohne, dass er selbst der Herr seiner selbst ist. Dann ist er eine Marionette. Als Guttenberg seinerzeit eine neue Sicht des Afghanistan-Krieges verkündet hat, standen die Beobachter vor genau der Frage, um welchen Typ es bei Guttenberg handelt: Den Standhaften mit eigener Meinung oder die Marionette. Die Bild-Zeitung (und nicht nur die) hat Guttenberg ein Stöckchen hingehalten – und Guttenberg ist gesprungen. Er hat sich von seiner »eigenen« Meinung distanziert. Ab dann war es »aus« mit seiner Karriere. Ab dann hat jeder nach Schwachstellen gesucht. Ab dann wusste jeder, dass der Typ knackbar ist. Und schließlich hat man »was« gefunden. Und selbstredend findet man bei allen »was«. Dass der Guttenberg seine Doktorarbeit auf Leistung anderer aufgebaut hat, war nur die Waffe, mit der man ihn zur Strecke brachte. Der Grund war seine Rückgratlosigkeit, die er bewies, als er sich Worte von der Bild-Zeitung in den Mund diktieren ließ.

Und es ist gut, dass solche Leute gejagt werden. Und es ist auch gut, dass solche Leute auch von den eigenen Anhängern gejagt werden. Denn sie sind unzuverlässig. Wer sich seine Worte von Massenmedien vorgeben lässt wird auch in seinem eigenen Lager gefährlich und untragbar.

Bei Wulff liegt die Sache etwas anders – aber nicht minder vielsagend. Als Wulff – ehemals Landesvater aller Niedersachsen – ins Amt des Bundespräsidenten gehievt werden sollte, konnte man den Eindruck gewinnen, dass er lediglich als lauer Politiker ohne eigenen Willen ins Amt installiert wird. Manche vermuteten sogar, dass Merkel sich mit der Wahl Wulffs eines Konkurrenten erledigen wollte. Er wurde ins Amt weggelobt. Und diesen Eindruck hat Wulff schnellstmöglich bestätigt. Denn eine seine erste Rede strotzte nur so vor Kniefällen vor dem längst vergangenem Zeitgeist, der lediglich in Köpfen der Zuspätgekommenen und Übriggebliebenen noch hochgehalten wird. Denn wer einem Zeitgeist huldigt, dessen Zenit schon überschritten ist, der ist entweder eine kleine Wurst oder hat Leichen im Keller. Legendär sein Satz »Islam gehört zu Deutschland«. Unbestritten ist die Liebe zu Multikulti das stärkste moralische Imperativ – es ist aber auch ein moralisches Imperativ, dessen Zeit schon lange vergangen sind. Dieses Imperativs bedienen sich nur ausgemachte Dummköpfe oder besonders dreiste Zeitgenossen, die sich in den Augen der Masse die eigene Weste rein waschen wollen. Und es hat nicht lang gedauert bis Wulff zu den zweitgenannten gezählt werden konnte. Ironie an der Geschichte ist, dass auch die Journalisten, die Wulffs Liebe zu Multikulti durchaus wohl wollend sahen, dass auch diese sich an der anschließenden Jagd beteiligt haben. Lediglich die Türken hielten zu Wulff. Auch dies kein Pluspunkt für den Bundespräsidenten, wurde Wulff seit seiner »Islam gehört zu Detschland«-Rede als »Bundespräsident aller Türken« verspottet.

Und was ist jetzt mit der FDP?

Nun, diese Partei ist in einer ähnlichen Position wie Wulff und Guttenberg zusammen. Und auch die FDP mach die gleichen Fehler. Sogar beide. Was für ´ne Tragik. Erst Schwanz einziehen vor den Massenmedien – zum Beispiel bezüglich der Mehrwesteursenkung in der Hotelbranche – und jetzt unerklärliche Kniefälle vor dem vergangenem Zeitgeist. So lies sich der Rösler nicht nehmen auf dem Dreikönigstreffen heute (anno domini 2012) der Zuwanderung das Wort zu reden. Was mich zu der Frage führt: Ist der noch dicht oder hat der Leichen im Keller?

Zeitgleich mit der Rede Röslers ist in Saarland die Koalition aus CDU und FDP gescheitert, da der Franktionsversitzende der FDP zu CDU übergelaufen ist. Ein Kandidat für diesen Posten wäre Christoph Kühn. Aber dieser muss sich wegen einer Dienstwagenaffäre verteidigen. Gott, was für Zustände.

Die FDP liegt im Moment bei 2%. Und diese sind schon ein Kompliment. Jetzt wäre Zeit sich auf den einen Punkt zu konzentrieren, der die FDP in den »Wahlsieg« geführt hat: die individuelle Freiheit und das Zurückdrängen des Staates. Denn das ist nämlich der Zeitgeist der Zukunft. Stattdessen schwingt sich Rösler auf ein totes Pferd (z.B. Zuwanderung, Staatssozialismus, etc. pp.), das bereits von den Erfolgreichen verlassen wurde und schreit laut »Hurra«. Mit dieser Darstellung ist seiner Rede von heute erschöpfend dargestellt. Das ist traurig.

Natürlich bleibt noch der FDP den Rösler, Westerwelle (kann vervollständigt werden) als Bauernopfer zum Teufel zu jagen und neu anzufangen. Vorausgesetzt die Herren und Damen der FDP haben die Hose und Personal dazu.

Veröffentlicht am 06.01.2012
Schlagworte: deutschland medien politik

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